reclaiming spaces: urban transformations

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Call for Contribution: Widerstand gegen neoliberale Stadterneuerung

Im heutigen Kontext neoliberaler Politik sind “Stadterneuerungsprojekte” eine beliebte Methode um städtische Ökonomien und Räume neuzugestalten. Lokale und nationale Regierungen unternehmen oder unterstützen Projekte, welche mittels emblematischen Tourismus und kultureller Projekte, Investitionen in infrastrukturelle Megaprojekte, die Konstruktion von prestigeträchtigen Geschäftszentern oder bewachten Wohnanlagen städtische Landschaften so verwandeln, dass sie einzig dem Ziel ökonomischem Wachstum und erhöhter Wettbewerbsfähigkeit dienen. Der gleichen Logik folgend werden Stadterneuerungsprojekte für benachteiligte Stadtteile initiiert, um sogenannte lebenwerte, sozial gemischte und gesunde Stadtteile zu schaffen.

Dabei wird angenommen, dass Stadtbewohner sozial oder ökonomisch von den direkten oder indirekten Effekten dieser Stadterneuerungsprojekte profitieren würden – beispielsweise durch Kapitalzufluss, erhöhtem städtischen Reichtum, verbesserte Wohnungssituation und neu geschaffene Arbeitsplätze im Tourismus- und Geschäftssektor. In der Realität hingegen ist die Wirkung dieser Projekte häufig die Ausweitung von Gentrifizierung, die Vertiefung sozialräumlicher Ungleichheiten, die Dominanz von Eliten in lokaler Demokratie, die Verringerung von bezahlbarem Wohnraum und die Verdrängung Bedürftiger aus ihren Wohnumfeld.

Derartig neoliberale Politik und Projekte werden von Basisorganisationen weithin in Frage gestellt, welche gegen Verdrängung, sozialräumliche Exlusion von Armut, Gentrifizierung und die weitere Verarmung lokaler Gemeinschaften mobil machen.

Die zweiter Ausgabe des „Reclaiming Spaces“ Magazin macht neoliberale Stadterneuerung, -projekte und der neu entstehende Widerstand gegen sie zum Thema. Unsere Absicht mit dieser Ausgabe ist es, eine politische Debatte und Brainstorming unter Sozialen Bewegungen anzustoßen, um proaktive Mobilisierungsstrategien zur Rückeroberung unsere Städte zu entwickeln und um unabhängige, alternative Visionen zur Stadterneuerung basierend auf dem „Right to the City“ zu entwickeln.

Wir interessieren uns für Beiträge, die sich beschäftigen mit

1. Lokalen Organisationen, die neoliberale Stadterneuerungsprojekte and – politik durch verschiedene Strategien und Bündnisse auf lokaler, nationaler und transnationaler Ebene bekämpfen

2. Das „Warum“, „Wie“ und „Für Wen? neoliberale Stadterneuerungspolitiken und -projekte in verschiedenen Kontexten entwickelt werden und ihre lokalen und realen Auswirkungen.

In der zweiten Ausgabe von Reclaiming Spaces, interessieren wir uns auch für ein zweites entscheidendes Thema:

Wie fordern lokale Organisationen aus verschiedenen Kontexten ihr „Right to the City“ ein? Wie gehen sie vor gegen Zwangsvertreibung, Gentrifizierung, brutale und symbolische Gewalt des Staates während der Transformationsprozesse?

Was sind die sozialräumlichen, ökonomischen und politischen Auswirkungen von Stadterneuerungspolitiken und- projekten auf unseren Städten?

Welches sind die Dynamiken von lokalen Organisationen, die gegen diese Politik und Projekte ankämpfen? Was sind ihre Strategien?

Welchen Herausforderungen müssen sie sich Basisorganisationen stellen? Was sind die  Herausforderungen für alternative bottom-up Stadterneuerung in Stadtteilen, die von Zwangsvertreibung bedroht werden?

Wie können wir Initiative für „gerechte“ Stadttransformation basierend auf dem „right to the city“ ergreifen? Welche Rolle spielen dabei Akademiker, Künstler und Experten?

Was sind regionale, nationale und transnationale Bündnisse lokale Organisationen, die sich Zwangsverteibung, Gentrifizierung u.ä. in unterschiedlichen Städten widersetzen. Welche Strategien diese Bündnisse zu stärken haben sich bewährt?

Beiträge und Formate

Beiträge für diese Ausgabe sollten bis spätestens zum 01.02.2010 unter folgender Mailadresse eingeschickt werden editors-transformation (at) reclaiming-spaces.org

Akzeptiert werden Vorschläge für populärwissenschaftliche und journalistische Beiträge, wie etwa Reportagen, kritische Kommentare und Standpunkte, Nachrichten, Interviews, Überblicke, persönliche Erfahrungen, Porträts und wissenschaftliche Arbeiten. Besonders freuen wir uns über visuelle Beiträge wie Fotoessays, Comics, Karten oder ähnliches. Beiträge sollten nicht länger als 15.0000 Zeichen (ca. 2000 Wörter) sein.

„Reclaiming Spaces“ ist der Versuch, Artikel in vielen verschiedenen Sprachen zu veröffentlichen. Wir akzeptieren daher Beiträge in englischer, türkischer, französischer, spanischer und deutscher Sprache. Weitere Sprachen sind möglich, setzten aber voraus, dass Du uns hilfst freiwillige Übersetzer zu finden. Das Magazin wird zunächst in Englisch und Türkisch als PDF veröffentliche. Abhängig von Deiner Unterstützung sind weitere Sprachen möglich.

Ein etwas „anderer“ Prozess:

-> Beiträge werden eingesendet und direkt auf der Webseite veröffentlicht

-> ein Teil dieser Beiträge findet auch einen Platz in dem gedruckten

Entwürfe, Zusammenfassungen und kurze Beschreibungen deines Beitrages (inklusive Anzahl der Wörter und der Illustrationen) bitte bis zum 01.02.2010 an:

editors-transformation (at) reclaiming-spaces.org

„Reclaiming Spaces“ ist ein kollektives Experiment. Neben dem Inhalt, hat der Aufbau eines Netzwerkes von Autoren und sozialen Bewegungen höchste Priorität. Bei Fragen zu Details, zögere nicht uns zu kontaktieren!

Die Herausgeber der 2. Ausgabe „Reclaiming Spaces“

editors-transformation (at) reclaiming-spaces.org

Bahar Sakizlioğlu, Julia Strutz, Murat Cemal Yalçıntan, Ulus Atayurt, Yaşar Adanalı

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