Städtische Sozialbewegungen bilden “Konvergenz” beim WSF 2009
Beim WSF 2009 wurde viel über eine breitere und effizientere Vernetzung und Kooperation der globalisierungskritischen Bewegungen und Organisationen gesprochen. “Konvergenz” - die Entwicklung der Bewegungen in Richtung auf gemeinsame Ziele - wurde auch für einige Netzwerke und Organisationen aus den Stadt- und Wohnrechtsbewegungen zu einem zentralen Anliegen. Sie verständigten sich auf den Slogan “Recht auf die Stadt” als Ausdruck der Bemühungen um eine gemeinsame, sichtbare Alternative zur neoliberalen Hegemonie über die Städte und als Antwort auf die Krise. Uns sie vereinbarten eine Zusammenarbeit bei der Planung zukünftiger Konferenzen.
Hier eine provisorische Übersetzung auf Grundlage des spanischen Originals und unterschiedlicher kursierender englischer Versionen:
“Konvergenz” der Stadtbewegungen beim WSF 2009
Die derzeitige Finanzkrise macht die Grenzen des Kapitalismus deutlich. Sie zeigt die Auswirkungen wuchernder Verantwortungslosigkeit, die Auswirkungen einer Politik der Deregulierung und des hohen Konsums. Die Finanzkrise mit ihren vielfältigen Konsequenzen ist aber nur eine von vielen Bedrohungen für das Leben in den Städten und in den menschlichen Siedlungen überall auf der Welt. Zu diesen Bedrohungen gehören auch: Immobilienspekulation, städtische Großprojekte, die Agrarindustrie, die Privatisierung öffentlicher Güter und Dienstleistungen, sowie die sich vervielfältigenden Formen sozialer Ausgrenzung und ökologischer Katastrophen. Inzwischen verschärft dieses Modell auch die Spaltung zwischen Land und Stadt.
Die unterschiedlichen Phasen der Krise haben sich auf die Lebensqualität aller Menschen ausgewirkt, besonders aber auf diejenigen gesellschaftliche Gruppen, deren Grundrechte auf Land, Wohnraum, Arbeit, öffentlichen Raum, Bildung, Gesundheit und politische Mitbestimmung nicht erfüllt sind. Ein deutliches Zeichen für die Verschärfung der Krise sind die steigende Häufigkeit und die verschärften Auswirkungen von Zwangsräumungen.
In den Städten sind diese Konflikte konzentriert und besonders sichtbar. Das gilt aber auch für die Chancen auf Veränderungen im Sinne eines “Rechts auf die Stadt”. Dieses Recht entsteht aus dem Verlangen nach einer anderen möglichen Stadt. Es entwickelt sich aus der dringenden Notwendigkeit, ein neues Paradigma zu schaffen, eine sichtbarere Alternative zu den herrschenden und fehlgeleiteten neo-liberalen Forderungen. Diese sichtbare Alternative eines “Rechts auf Stadt” ist außerdem notwendig, um die Weiterentwicklung der sozialen Bewegungen auf ein gemeinsames Ziel hin zu erleichtern, indem sie eine gemeinsame Vision von Städten und Siedlungen für alle schafft, eine Vision der Menschenrechte, der sozialen Gerechtigkeit und der ökologischen Nachhaltigkeit.
Das WSF ist ein Raum, in dem es möglich ist, Kräfte und Netzwerke für den Aufbau des “Rechts auf die Stadt” zu identifizieren und die gemeinsame Sache mit anderen dringenden und notwendigen Kämpfen zu stärken: den Kämpfen der Bauern, der Indigenen und der Landlosen.
Dieses Forum bringt Widerstandserfahrungen und Handlungsvorscchläge zusammen. Die Protagonisten, die diese Herausforderung annehmenn sind soziale Bewegungen und andere Akteure wie WissenschaftlerInnen, ExpertInnen und Lokalverwaltungen. Organisationen und Einzelpersonen aus der ganzen Welt sind hier vertreten beim WSF 2009 in Amazonien.
Anwesende Netzwerke dieser Gruppen unterstützen die folgenden Vorschläge für eine Konvergenz der städtischen Sozialbewegungen:
- Förderung des Rechts auf die Stadt im Einklang mit Ziel 6 des WSF, - ohne Zwangsräumungen und als Prinzip einer umfassenden Reform der Städte;
- Demokratisierung des “World Urban Forum” (WUF), das 2010 in Rio de Janeiro stattfinden soll, damit soziale Bewegungen und AktivistInnen umfassend an der Organisation der Veranstaltung durch UN Habitat und das gastgebende Land partizipieren können;
- Artikulation der städtischen Kämpfe beim WSF 2010. Aufbauend auf den Erfahrungen des Forums 2008 sollen gleichzeitige lokale, nationale und regionale Foren stattfinden;
- Schaffung besserer Möglichkeiten für den Dialog mit indigenen und bäuerlichen Bewegungen, um die gemeinsamen Rechte mit Bezug auf Wohnen und Raum zu präzisieren und um zu einem verbesserten Ausdruck der Solidarität zu kommen;
- Vorbereitung eines globalen sozialen Stadt-Forums und/oder einer Weltversammlung der BewohnerInnen im Umfeld des WSF 2011.
In Belem haben sich am 1. Februar 2009 die folgenden Organisationen und Netzwerke dieser Agenda der “Konvergenz” angeschlossen:
- Asociacion Latinoamericana Organizaciones de Promocion (ALOP)
- Association Internationale des Techniciens, Experts et Chercheurs (AITEC)
- Centre for Housing Rights and Evictions (COHRE)
- Dignity International (DI)
- Enda Tiers-Monde
- Forum Local Autorithies (FAL)
- Foro Nacional de Reforma Urbana, Brasil (FNRU)
- Habitat International Coalition (HIC)
- Hábitat para la Humanidad-Latinoamérica y el Caribe (HPH-LAC)
- International Alliance of Inhabitants (IAI)
- Local Communities Organizations in Asia (LOCOA)
- Poor People Economic Human Rights Campaign (PPEHRC)
- Programa de Vivienda del Centro Cooperativo Sueco
- Servicio Latinoamericano Vivienda Popular (SELVIP)


February 14th, 2009 at %19:%Feb
В нынешней ситуации большинство тем отходят на второй план. Интересно, как мы будем жить, если доллар рухнет?
February 16th, 2009 at %12:%Feb
How we will live, when the dollar crashes? This certainly will be the end of the globalised world as we know it. And it will be a catastrophy in many respects - better we invent alternatives before this happens. And turn the catastrophe into a chance.
Please write in english, so everybody understands you.